Wie erkennt man eine Schokoladenzyste?
Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Prof. Dr. Taner Usta hat für uns die Antwort auf die Frage „Wie erkennt man eine Schokoladenzyste?“ und alle Einzelheiten zu dieser Erkrankung mitgeteilt.
Die Endometriose ist eine schmerzhafte Erkrankung, die dadurch entsteht, dass Gewebe, das dem normalerweise die Gebärmutter innen auskleidenden Endometriumgewebe gleicht, aus der Gebärmutter heraus wächst. Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Prof. Dr. Taner Usta hat für uns die Antwort auf die Frage „Wie erkennt man eine Schokoladenzyste?“ und alle Einzelheiten zu dieser Erkrankung mitgeteilt.
Die Endometriose, die im Volksmund auch Schokoladenzyste genannt wird, entsteht am häufigsten in dem Gewebe, das die Eierstöcke, die Eileiter und den Gebärmutterhals überzieht.
Selten kann sich das Endometriumgewebe auch außerhalb der Beckenorgane ausbreiten. Bei der Schokoladenzyste wird das endometriumähnliche Gewebe in jedem Zyklus dicker und blutet. Da dieses Gewebe jedoch keinen Weg aus dem Körper hat, bleibt es an seiner Stelle.
Entsteht die Endometriose an den Eierstöcken, können verschiedene Zysten auftreten. Indem sie das umliegende Gewebe reizt, führt sie zur Entstehung von Narbengewebe oder Verwachsungen. Die Schokoladenzyste ist besonders dafür verantwortlich, dass der Zyklus äußerst schmerzhaft verläuft.
Das häufigste Anzeichen der Schokoladenzyste sind Beckenschmerzen, die während des Zyklus zunehmen. Zudem treten stärker als normal schmerzende Krämpfe auf. Der Schmerz nimmt im Verlauf des Zyklus immer weiter zu. Ist der Zyklus verlängert, treten auch Kreuz- und Bauchschmerzen auf.
Auch Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr gehören zu den Anzeichen der Schokoladenzyste. Schmerzen beim Toilettengang während der Regelblutung, sehr starke Blutungen und Unfruchtbarkeit sind weitere Anzeichen der Schokoladenzyste.
Erschöpfung während der Regelblutung, Durchfall, Verstopfung, ein geblähter Bauch oder starke Übelkeit gehören – auch wenn selten – zu den Beschwerden, die auf eine Schokoladenzyste hinweisen. Mit diesen Anzeichen kann die Schokoladenzyste manchmal mit einer entzündlichen Beckenerkrankung oder mit Eierstockzysten verwechselt werden.
Viele Frauen haben während des Zyklus Beckenschmerzen. Dass diese Zeit sehr beschwerlich und schmerzhaft verläuft, kann jedoch von einer Schokoladenzyste ausgehen. Bei einer normalen gynäkologischen Untersuchung können eine Zyste oder Narbengewebe festgestellt werden. Das reicht für die Diagnose einer Schokoladenzyste jedoch nicht aus.
Für die vollständige Diagnose werden bildgebende Verfahren wie der Ultraschall oder das MRT genutzt. Zudem wird auch die Laparoskopie zur Diagnose bei der Erkennung einer Schokoladenzyste eingesetzt. Beim Ultraschall werden die Fortpflanzungsorgane mit hochfrequenten Schallwellen dargestellt.
Beim MRT werden ein großer Magnet, Radiowellen und ein Computer eingesetzt. MRT-Untersuchungen helfen zugleich der Fachärztin oder dem Facharzt bei der Vorbereitung der Operation der Schokoladenzyste. Die Laparoskopie wird über einen kleinen Schnitt unterhalb des Nabels durchgeführt.
Bei einem Verdacht sollten Sie nicht warten
Eine Schokoladenzyste kann unbemerkt fortschreiten. Lassen Sie uns die Situation durch Untersuchung und Bildgebung klären.